Wenn Kunden uns sagen, warum sie nach dem ersten Projekt weiter mit SGS arbeiten, geht es selten um den Preis – und nie um Präsentationen. Meistens läuft es auf einen Punkt hinaus: Wir waren erreichbar und handlungsfähig in Momenten, in denen andere es nicht waren. Das ist keine Charakterfrage – wir haben unsere Arbeit bewusst so aufgebaut. So sieht das in der Praxis aus.
In China läuft die Produktion auch samstags – bei uns auch
Die meisten chinesischen Werke produzieren sechs Tage die Woche. Der Samstag ist ein normaler Arbeitstag: Die Linien laufen, Teile werden gefertigt, Qualitätsentscheidungen werden getroffen. Ein Sourcing-Partner, der von Freitag 17 Uhr bis Montag 9 Uhr offline ist, ist jede Woche zwei volle Produktionsschichten von seinen Lieferanten abgeschnitten.
Deshalb geben wir in kritischen Projektphasen auch samstags Support. Wird in einer Samstagsschicht ein Maßproblem entdeckt, gibt es zwei Szenarien. Im ersten produziert der Lieferant bis Montag weiter – und bis das Thema in Deutschland ankommt, müssen mehrere hundert Teile sortiert oder nachgearbeitet werden. Im zweiten wird das Problem noch am selben Vormittag besprochen, die Linie korrigiert oder gestoppt, und der Kunde erfährt vom Problem zusammen mit der Lösung. Der Unterschied zwischen diesen beiden Szenarien ist ein Telefonat – geführt an einem Samstag.
Unsere Kunden liefern direkt an OEMs. Ein OEM-Hochlauf pausiert nicht, weil in Deutschland Wochenende ist – und die Produktion, die ihn versorgt, auch nicht.
Erreichbarkeit ist kein Serviceversprechen – sie ist Projektgeschwindigkeit
Wir starten unseren Tag um 6 Uhr, wenn es in Shanghai Mittag ist und in Shenzhen die Nachmittagsschicht beginnt. Der Grund ist einfache Arithmetik: Jede Abstimmungsschleife, die das Zeitfenster mit China verpasst, kostet mindestens einen Tag. Ein Sourcing-Projekt besteht aus Dutzenden dieser Schleifen – technische Klärungen, Werkzeugfreigaben, Bemusterungsberichte, Preisverhandlungen. Wer aus Deutschland 9-to-5 arbeitet, macht aus einem dreimonatigen Sourcing-Zyklus einen von vier oder fünf Monaten.
Dieselbe Logik gilt bei Eskalationen. Meldet ein Lieferant um 7 Uhr unserer Zeit einen Kapazitätsengpass oder eine nicht bestandene Prüfung, sind wir bereits im Gespräch mit dem Werk – und warten nicht auf ein internes Meeting um 9:30, um zu entscheiden, wer reagieren soll. Im Eskalationsfall entscheiden Stunden darüber, ob ein SOP-Termin hält.
Was OEMs bei ihren Lieferanten wahrnehmen
OEMs sehen unsere Arbeit nicht direkt – sie sehen ihre Ergebnisse in den Programm-Reviews ihrer Tier-1-Lieferanten: Lieferantenstatus, der aktuell ist statt drei Wochen alt, Offene-Punkte-Listen, die schrumpfen, Bemusterungstermine, die halten. Wenn wir das Projektmanagement für einen Tier-1-Lieferanten übernehmen, geht unser Kunde mit verifizierten Informationen ins OEM-Review – weil wir Werkzeugfortschritt und Qualitätsstatus direkt beim Lieferanten vor Ort verfolgen, nicht über eine weitergeleitete Tabelle.
Diese Verlässlichkeit ist auf OEM-Ebene sichtbar. Mehr als einmal hat ein OEM-Einkaufsteam unseren Kunden gefragt, wer sein Asien-Sourcing betreut. Eine bessere Referenz gibt es für uns nicht.
Wie die Extrameile in der Praxis aussieht
„Die Extrameile gehen“ klingt abstrakt. In unserer täglichen Arbeit ist sie sehr konkret:
- Beim Lieferanten sein, wenn das Erstmuster vermessen wird – Maßdiskussionen funktionieren an der Messmaschine besser als über Screenshots.
- Die Frage des Lieferanten noch am Abend beantworten, weil seine nächste Schicht in neun Stunden beginnt und eine unbeantwortete Frage einen Tag Stillstand oder einen Tag falsche Teile bedeutet.
- Klar sagen, wenn Zielpreis und Qualitätsanforderung nicht zusammenpassen – bevor das Werkzeug bestellt ist, nicht nach der ersten gescheiterten Bemusterung.
- Kurzfristig hinfliegen, wenn ein Problem Präsenz braucht statt einer weiteren E-Mail.
Keiner dieser Punkte steht als Position in einem Angebot. Zusammen sind sie der Grund, warum Kunden aus acht Ländern seit Jahren mit uns arbeiten.
Verlässlichkeit entsteht in unbequemen Momenten
Nach zehn Jahren Automotive-Sourcing zwischen Deutschland und China ist unser Fazit einfach: Vertrauen bei Tier-1-Lieferanten und OEMs entsteht nicht in Kickoff-Meetings. Es entsteht, wenn ein Problem zur Unzeit auftaucht und trotzdem gelöst wird – noch am selben Tag, direkt mit dem Lieferanten, und der Kunde ist informiert, bevor er nachfragen muss.
Sie planen ein Sourcing-Projekt oder brauchen Unterstützung bei Teilebeschaffung und Projektmanagement? Sprechen Sie uns an – wir sind erreichbar, wenn es darauf ankommt: von 6 bis 18 Uhr, und wenn die Samstagsschicht Ihres Lieferanten läuft, auch samstags.