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Wer als Automobilzulieferer ein neues Bauteil braucht, hat oft eines nicht: Zeit. Zwischen „Wir brauchen das Teil“ und „Hier ist das freigegebene Erstmuster“ liegen klassisch sechs bis neun Monate. Bei SGS Schach Global Solutions schaffen wir den kompletten Weg vom CAD-Start bis zum freigabefähigen Bauteil regelmäßig in drei Monaten. Wie das funktioniert und wo wir Zeit gegenüber klassischen Sourcing-Prozessen einsparen — das erklären wir in diesem Beitrag.
Warum Time-to-Market im Automotive-Bereich entscheidet
OEMs setzen ihre Zulieferer unter wachsenden Zeitdruck. Modellzyklen werden kürzer, Derivate proliferieren, und Designentscheidungen fallen oft erst spät. Wer als Tier-1- oder Tier-2-Zulieferer nicht liefern kann, verliert den Auftrag — und meistens auch die nächste Generation. Drei Monate vom CAD bis zum Bauteil sind der Unterschied zwischen „Wir können das Projekt“ und „Schade, das nächste Mal“.
Der klassische Sourcing-Prozess — und warum er sechs Monate dauert
Im traditionellen Ablauf läuft alles seriell: Konstruktion erstellt das CAD-Modell und Lastenheft (4–6 Wochen), Einkauf schickt Anfragen raus und sammelt Angebote (4 Wochen), Lieferantenauswahl, Audit und Vertragsverhandlung (4 Wochen), Werkzeugbau (6–8 Wochen), Bemusterung und Korrekturschleifen (4–6 Wochen), OEM-Freigabe (2–4 Wochen).
Macht Pi mal Daumen 24 bis 32 Wochen. Und das nur, wenn niemand krank ist, kein Lieferant zickt und die Konstruktion nicht zwischendurch nochmal geändert wird.
Unser 3-Monats-Prozess — was wir anders machen
Wir komprimieren auf 12 Wochen, indem wir drei Dinge parallelisieren und an drei Stellen klassische Reibungsverluste eliminieren.
Wochen 1–4: Konstruktion und Lieferantenanfrage parallel
Während unsere CATIA-V5-Konstruktion das Bauteil aufsetzt, läuft im Hintergrund schon die Vorauswahl der Lieferanten. Wir kennen unsere China-Partner und wissen, welcher Hersteller welche Geometrie wirtschaftlich kann — wir müssen nicht warten, bis das CAD-Modell final ist, um Anfragen rauszuschicken. Sobald ein erster Geometrie-Stand vorliegt, gehen Anfragen an zwei bis drei vorqualifizierte Fertiger. Zeitgewinn: ca. 3 Wochen.
Wochen 4–6: Angebot, Auswahl und Werkzeugfreigabe in einem Zug
Klassisch dauert die Lieferantenauswahl Wochen, weil Einkauf und Engineering separat agieren und sich nicht abstimmen. Bei uns sind beide Funktionen in einer Hand — der Projektmanager entscheidet zusammen mit dem Konstrukteur und gibt das Werkzeug binnen 48 Stunden nach Angebotseingang frei. Zeitgewinn: ca. 2 Wochen.
Wochen 6–10: Werkzeugbau in China — eng begleitet vor Ort
Das Werkzeug wird in China gebaut. Hier wäre der klassische Schwachpunkt: Lieferant baut, Kunde wartet, Probleme tauchen erst bei Bemusterung auf. Bei uns ist unser Team vor Ort dabei. Wir sehen Werkzeugkonstruktion, prüfen Stahlqualität, kontrollieren Bearbeitung — Probleme werden gelöst, bevor sie zu Verzögerungen werden. Zeitgewinn: ca. 2 Wochen.
Wochen 10–12: Bemusterung und OEM-Freigabe parallel
Sobald das Werkzeug steht, fahren wir die Erstmuster-Fertigung. Während die Teile vom chinesischen Werk auf dem Weg nach Deutschland sind, laufen schon die Vorbereitungen für die OEM-Freigabe: Prüfprotokolle, Materialzeugnisse, Vermessungen — wir reichen die Dokumentation vorab ein, sodass die OEM-Freigabe an Tag 1 nach Eintreffen der Teile starten kann. Zeitgewinn: ca. 2 Wochen.
Wo die Zeit wirklich verloren geht — und wie wir sie sparen
Die größten Zeitfresser im klassischen Prozess sind nicht die einzelnen Arbeitsschritte, sondern die Übergaben dazwischen. Email-Pingpong zwischen Einkauf und Konstruktion, Wartezeiten zwischen Lieferant und Kunde, Korrekturschleifen, weil Spezifikationen unklar waren. Wir eliminieren diese Reibungspunkte durch eine Hand für Konstruktion und Beschaffung (kein Zuständigkeitswechsel), eigenes Team in China (persönlich vor Ort beim Lieferanten), eine vorqualifizierte Lieferantenliste (wir starten nicht bei null) und parallelisierte Arbeitspakete (Konstruktion, Einkauf und Qualität laufen nebeneinander, nicht hintereinander).
Was Sie als Kunde dafür liefern müssen
Damit wir die drei Monate halten, brauchen wir von Ihnen drei Dinge: ein klares Lastenheft am Anfang (was Sie nicht klar definieren, müssen wir später nachschärfen, was Zeit kostet), schnelle Entscheidungswege bei Ihnen (wenn wir eine Designfrage stellen, brauchen wir Antworten in Tagen, nicht Wochen) und einen klaren Ansprechpartner (niemand verzögert Projekte mehr als unklare Verantwortlichkeiten auf der Kundenseite).
Wann es realistisch länger dauert
Ehrliche Einordnung: Drei Monate gelten für Bauteile mittlerer Komplexität mit klaren Vorgaben. Für komplette Baugruppen, sicherheitskritische Teile mit umfangreicher Crash-Validierung oder Bauteile mit besonderen Materialfreigaben kann der Prozess vier bis sechs Monate dauern. Aber auch dann sind wir typischerweise 30 bis 40 % schneller als der klassische Weg über separate Konstruktions- und Beschaffungsdienstleister.
Häufige Fragen zur Produktionszeit
Gilt das auch für CFK- und Carbon-Bauteile?
Ja. Faserverbundteile haben oft sogar kürzere Werkzeugzeiten als Metallteile, weil die Werkzeuge weniger massiv sind. Hier sind drei Monate sehr gut machbar.
Was ist mit Prototypen?
Prototypen ohne Serienwerkzeug sind in vier bis sechs Wochen machbar — Hand-Lay-up oder 3D-Druck-Werkzeuge verkürzen den Prozess deutlich.
Wie schnell sind Sie bei Folgeaufträgen?
Wenn das Werkzeug schon steht, reden wir über zwei bis vier Wochen ab Bestellung — abhängig von Stückzahl und Frachtweg.
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