Lesezeit: ca. 4 Minuten

Wir möchten unsere Kunden und Partner offen über die aktuelle Lage informieren: Der Iran-Konflikt hat direkte und messbare Auswirkungen auf unsere Lieferketten und Beschaffungsprozesse aus Asien. In diesem Beitrag erklären wir, was sich geändert hat, wie wir damit umgehen — und was das konkret für laufende und neue Projekte bedeutet.

Was sich für uns geändert hat

Seit den jüngsten Eskalationen im Nahen Osten beobachten wir auf zwei Ebenen klare Verschiebungen, die unsere Sourcing-Projekte aus China direkt betreffen:

Luftfracht: Routen werden länger und teurer

Große Teile des iranischen, irakischen und teilweise syrischen Luftraums sind für zivile Frachtflüge entweder gesperrt oder nur eingeschränkt nutzbar. Frachtflüge von Asien nach Europa weichen über deutlich nördlichere oder südlichere Routen aus — über Zentralasien, am Kaspischen Meer entlang oder über die arabische Halbinsel. Das Ergebnis: längere Flugzeiten, höherer Treibstoffverbrauch, höhere Versicherungsprämien für betroffene Korridore.

Rohmaterial: Volatilität bei Carbonfaser-Vorprodukten

Carbonfaser-Vorprodukte und chemische Komponenten für CFK-Fertigung kommen teilweise über Lieferketten, die durch die Region beeinflusst werden — direkt durch Routen, indirekt durch Energiepreissteigerungen. Wir sehen Preisanpassungen bei mehreren unserer chinesischen Lieferanten, die diese Mehrkosten weitergeben.

Konkrete Auswirkung auf Ihre Projekte

Wir wollen ehrlich sein, statt die Zahlen schönzureden. Für laufende und neue Sourcing-Projekte bedeutet das:

Terminschiene: +25 %

Was bisher in 12 Wochen vom CAD bis zum Erstmuster lief, kalkulieren wir jetzt mit rund 15 Wochen. Die Verlängerung kommt fast ausschließlich aus den verlängerten Frachtzeiten und vereinzelten Materialwartezeiten bei Lieferanten. Werkzeugbau- und Bemusterungszeiten bleiben unverändert.

Kosten: +20 % bei Rohmaterial und Luftfracht

Bei Bauteilen mit hohem Carbonfaser-Anteil und bei Sendungen, die zwingend per Luftfracht laufen müssen, kalkulieren wir aktuell mit einem Aufschlag von rund 20 % gegenüber unseren Kalkulationen aus dem ersten Quartal. Bauteile, die per Seefracht laufen können, sind weniger stark betroffen — hier liegen die Aufschläge im einstelligen Prozentbereich.

Was wir tun, um die Auswirkungen abzufedern

Wir arbeiten an mehreren Hebeln gleichzeitig, um die Mehrkosten und Verzögerungen für unsere Kunden so klein wie möglich zu halten:

Frachtmix-Optimierung. Wo es das Lastenheft erlaubt, verschieben wir mehr Sendungen von Luft- auf Seefracht. Bei zeitkritischen Erstmustern bleiben wir bei Luftfracht, aber kombinieren mehrere Sendungen, um die Stückkosten zu senken.

Frühere Materialbestellung. Bei laufenden Projekten ziehen wir Materialbestellungen vor, um Preisspitzen zu umgehen und Verfügbarkeit zu sichern.

Alternative Lieferanten. Wir prüfen für besonders kritische Bauteile zusätzliche Lieferanten in Indien und Südkorea, deren Lieferketten weniger durch die Region betroffen sind.

Transparenter Reporting. Wir kommunizieren Mehrkosten und Verzögerungen frühzeitig und nachvollziehbar — keine bösen Überraschungen am Projektende.

Was Sie als Kunde jetzt tun können

Drei Empfehlungen, mit denen Sie die Auswirkungen für Ihre eigenen Projekte minimieren:

Erstens: Falls Sie Bauteile in den nächsten sechs bis zwölf Monaten brauchen, sprechen Sie früher mit uns als bisher gewohnt. Mit drei Wochen Vorlauf bekommen wir vieles deutlich günstiger und planbarer hin.

Zweitens: Prüfen Sie, ob Ihre Erstmuster wirklich per Luftfracht kommen müssen. Bei nicht zeitkritischen Bauteilen kann Seefracht 30 bis 40 % der Frachtkosten sparen — bei zwei bis drei Wochen längerer Lieferzeit.

Drittens: Planen Sie in Ihrer eigenen Projektkalkulation einen Risikopuffer von 10 bis 15 % auf Bauteilkosten und drei Wochen auf den Liefertermin ein. Das ist die ehrliche Empfehlung in der aktuellen Lage.

Wie sich die Lage entwickelt

Wir beobachten die geopolitische Situation und die Frachtraten täglich. Sobald sich die Lage entspannt — und das wird sie irgendwann — geben wir die Kostenvorteile direkt an unsere Kunden weiter. Bis dahin ist unser Anspruch: ehrlich kalkulieren, frühzeitig informieren, gemeinsam Lösungen finden.


Sie haben Fragen zu einem konkreten Projekt oder wollen wissen, wie sich die aktuellen Bedingungen auf Ihren Bedarf auswirken? Schreiben Sie uns kurz an m.schach@schach-global-solutions.com oder rufen Sie an unter +49 176 807 20356 — wir antworten innerhalb von 24 Stunden mit einer konkreten Einschätzung.